Quo vadis Katalonien? República Catalana?

Oktober 31, 2012

Spanien und sein schönes Katalonien. Gehen sie bald getrennte Wege? Nachdem bereits der Huffington Post und Al Jazeera Europe bereits diese Woche darüber berichtet oder gebloggt haben, so drängt sich doch die Frage auf: „Warum nicht in unseren Qualitätsmedien?“. Dass Katalonien sehr separatistisch gestrickt ist, ist schon lange bekannt. Aber auch der FC Barcelona würde im Zweifel seine Fans im Unabhängigkeitskampf unterstützen.  Alles klingt schön nach Revolution und Freiheitskampf. Welche Folgen hat das?

Ein unterdrücktes Thema in Europa?

Googlet man nicht gerade Bettina Wulff, sondern Katalonien, so schlägt die Suchmaschine nicht Prostituierte oder Artemis vor, sondern „unabhängig“. Gleich werden auch Artikel von Qualitätsmedien über den Kampf um die Unabhängigkeit auf die erste Seite projeziert. Die Autonome Gemeinschaft hat rund 7,5 Millionen Einwohner und ist ein beliebtes Urlaubsziel. Barcelona, Calela und das legendäre Lloret de Mar liegen hier am Mittelmeerstrand. Jeder will dahin. Eine Region, die auch viele Einwanderer aus Deutschland hat. Die Gründe sind unterschieldlich, Die einen wegen dem Wetter, die anderen der Kinder wegen und manch andere wegen der Liebe. Alles vertretbare Ansichten. Aber eine Unabhängigkeit ist für viele nicht vertretbar. Besonders für die königstreuen. Ja es gibt sie auch hier. Die Leute, die Stolz auf die Krone sind und mit Begriffen wie Republik, Independence oder sowas wenig über haben.

Autonomie – aber man kann nicht alles haben

Autonom heisst selbstverständlich auch, daß sie eine eigene Sprache sprechen das „Katalanisch“ und auch eine eigene Fußballnationalmannschaft haben, die aber nicht auf großen Turnieren auftritt. Ansonsten wäre als erste Folge zu nennen, dass der Welt- und Europameister Spanien auf viele katalanische Spiler wie Xavi, Iniesta und Puyol verzichten müssten. Darüberhinaus müsste auch Katalonien eine eigene Fußballliga gründen. „El Classico“ in der spanischen Serie A wäre gestrichen – zumindest auf nationaler Ebene. Ebenso wäre Katalonien nicht Mitglied der EU, sondern müsste sich um eine Mitgliedschaft bewerben. Und dies wird auch nicht ohne weiteres so schnell erfolgen:Justizkommissarin Viviane Reding die Äußerungen des spanischen Europaministers Iñigo Méndez. Dieser  hatte auf Artikel 4.2 des Vertrags über die Europäische Union verwiesen, wonach die EU „die territoriale Integrität seiner Mitglieder respektieren“ müsse und „nicht einseitige Unabhängigkeitserklärungen von Teilen eines Mitgliedsstaates anerkennen“ könne. Auf Deutsch: Kein EU-Recht und keine Währung. Spanien hätte eine wirtschaftsstarke autonome Gemeinschaft auf einmal verloren. Barca lockt an. Aber Barca steht auch ein wenig für die spanische Unabhänigkeit. Der Verein hat Anhänger auf der ganzen Welt und auch nicht jeder Deutsche würde aus patriotischen Gründen irgendeinem Fußballclub aus Deutschland beihalten, wenn er nicht selber Fan ist.

Barca-Fans gelten in Spanien vor allem als eines: sozialistisch, anarchistisch und revolutionär. Ganz im Gegensatz zu Real Madrid, wo sich mehr so die kronloyalen Anhänger tümmeln. Aber das ist ja alles nur Fußball, aber dennoch ein empirisches Mittel, um die Gesinnung manchner Fußballverrückte zu erkennen. Wie auch immer: Katalonien wäre dann eine neutrale Enklave in Westeuropa. Was daraus dann wird, das bleibt unklar. Aber welche Folgen hätte das für die EU? Würde das so manch andere Region in Europa auf den Geschmack bringen, ähnliches zu tun? Beispielsweise könnten die Saarländer auf die Idee kommen, einen autonomen Saar-Staat zu fordern, um den Osten und Griechenland nicht weiter zu ernähren. Eine nennenswerte Bewegung besteht bisher (noch) nicht. Zumindest würde die Europäische Union über einen raschen Beitritt nachdenken. Immerhin wird ja auch mit Ländern verhandelt, die allesamt aus dem Ex-Jugoslawien stammen. Auch in Schottland wird der Ruf nach Unabhängikeit von Empire und England immer lauter.

Wie es am Ende ausgeht bleibt ungewiss

Gleichwohl könnte die Region im Einvernehmen mit Spanien unabhängig werden. Allerdings wäre der Rest von Spanien nicht so sehr darüber erfreut. Ob nach den heftigen Prostesten in Spanien ein gewaltsamer Aufstand nach Unabhängigkeit zu befürchten ist, das bleibt abzusehen. Bisher sind keine Panzer in Spanien auf Bürger losgegangen. Muss ja auch nicht sein. Europa und Spanien hat ganz andere Sorgen als „Hirngespinsten hinterherzujagen“, wie es der spanische König Juan Carlos zu sagen pflegt.Aber denkbar ist es, dass Katalonien nach rund 300 Jahren unter spanischer Krone eine souveräne Republik wird. Als wären wir nicht davor gewarnt: Bereits in den 50er Jahren wird von einenm „Zerfall der Nationen“ gesprochen. Darin sind neben Schottland, Katalonien auch das belgische Flandern erwähnt. Der österreichiche Autor , Jurist und Philosoph Leopold Kohr warnte bereits davor.

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Eine Antwort to “Quo vadis Katalonien? República Catalana?”


  1. […] Freiheit für Katalonien – República Catalana. […]


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