Das Internet ist nicht (mehr) frei

Juli 9, 2013

Das Internet ist in den Händen von Großkonzernen. Ohne Google, Facebook, Ebay, Microsoft geht kaum mehr was auf der Datenautobahn. Was früher als eine Kommunikationsplattform für alle gedacht war ist zu einer verzwickten Daten-Krake verkommen.

Vor ca. 15 Jahren als ich mit dem Internet erstmals in Berührung kam, war alles anders. Zwar gab es kein Youtube oder Facebook, aber es war ein Internet, wo eine komplette Kontrolle nur aus Hollywood-Streifen wie „Das Netz“ mit Sandra Bullock als Fiktion in den Kinos lief.

Zwar hatten wir nach und nach alle E-Mail-Accounts und bewegten uns überwiegen auf dem Provider, um mit anderen Internet-Usern zu kommunizieren. Es gab auch kein Twitter, wo man an jeder Zeit und an jedem Ort unseren Status aktualisieren konnte. Das Internet spielte sich fast nahezu überall nur auf dem heimischen PC ab, der im Vergleich zu den heutigen PCs fast altertümlich wirkt.

Handys waren noch als „Totschläger“ bekannt und man telefonierte damit nur, wenn es unbedingt sein muss. Gut das kann man jetzt noch weiter ausführen, aber worauf ich hinaus will: Die technischen Möglichkeiten waren beschränkt, aber das Internet war noch halbwegs frei. 

Es gab zwar damals schon Internetüberwachung und der Hacker ist nicht erst ein Phänomen des neuen Jahrtausends. Cyber-Kriminelle gab es früher haufenweise. Theoretisch wäre sogar eine solche Späh-Aktion auch in den 90er Jahren möglich gewesen, wo es allerdings noch nicht so viele Internetnutzer gab und das Surfen im Web verhältnismäßig teuer war.

DIe Sorge um Überwachung war damals einfach nicht so groß und George Orwells  Roman 1984 (wir wollen jetzt auch mal nicht den Teufel an die Wand malen) war zwar schon ein Klassiker, aber noch nicht so in aller Munde wie heute, wo Serien wie „Big-Brother“ erst die totale Überwachung populär machen.

Der einzige Bereich der noch relativ frei ist, das ist das sogenannte Darknet, eine Parallelwelt im Internet. Diese meinst nur Menschen eröffnet die davon wissen, also von anderen Internetnutzern eingeweiht sind, aber auch frei zugänglich, wenn man sich erstmal darin zurechtgefunden hat. Diese Parallelwelt entzieht sich der staatlichen Überwachung und der Kontrolle der informationshungrigen Daten-Kraken wie Google.

Hier tummeln sich aber auch nicht nur friedliche Aktivisten, die sich vor staatlicher Repression schützen. Hier tauschen auch Perverse ihre Pornos jeglichen illegalen Genres aus. Will man dort mit in Kontakt gebracht werden. Ich hoffe mal, dass die allermeisten Leser diese Frage mit „Nein“ beantworten würden.

Was man von diesen Darknets lernen kann ist folgendes: Man kann sich eine Methode aneignen, um sein Surfverhalten zu anonymisieren. Ob man nun seine Daten nur noch über ein „Virtual Private Network“ (VPN) austauscht, seine E-Mails verschlüsselt oder mit anonymen Browsern surft und bei normalen Servern das Java-Script blockiert, damit Google das Surf-Verhalten nicht analysiert.

Auffällig macht man sich allerdings dann, wenn man das alles von heute auf morgen umstellt. Wer nicht gerade schon seit 10 Jahren unter dem Verfolgungswahn der Internetüberwachung leidet und dem entsprechend relativ „offen“ gesurft hat und auf einmal dann anonym surft, der würde sich verständlicherweise erst recht verdächtig machen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass es nicht einfach ist, das Internet aus den „digitalen Zwängen“ zu befreien. Eine Vielzahl an Usern hat sich schon an das Monopol der Internet-Riesen gewöhnt. Auf Google, Facebook und Co. zu verzichten, würde nicht unbedingt der breiten Masse gefallen. Und das Internet ist ja nicht mehr nur am eigenen Schreibtisch vorhanden. Es ist durch den Anstieg von Smartphones überall beteiligt.

 

 

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