Was soll der Aufstand ?

Juli 17, 2013

Snowden hier und #Snowden da. #Prism, #NSA, #Echolon sind die Schlagworte die jetzt durch die Medienlandschaft raunen. (Fast) jeder scheint über den Abhörskandal entsetzt und fassungslos zu sein. Die lieben Freunde aus Amerika durchforsten unsere Daten. Ganz was neues: Nein!

Bereits in den letzten Jahren wurde schon über die Tätigkeiten der Geheimdienste berichtet. Und mit James Bond hatte das wenig am Hut. Nerds, Geeks und Freaks sind schon da als die Agenten der Zukunft beschrieben worden. Und nun hat jemand davon berichtet. Der Name muss nicht wiederholt werden. Der Name ist in allen gängigen Nachrichtenportalen auf der ersten Seite gleich zu sehen.

Die einen berichten mehr über seine Zeit am Flughafen in Moskau und seine weiteren Ziele oder über die Tatsache, dass die ehemalige russische Agentin Chapman den Mann heiraten will. Andere gehen da schon eher in das Eingemachte und berichten wie akribisch unsere Daten abgefangen werden und gespeichert werden. Emails, Social-Media und Surfverhalten wird analysiert.

Was private Unternehmen wie Google, Yahoo und auch Facebook jeher machen, das machen überraschenderweise auch die Geheimdienste. Und unsere Politiker stehen jetzt in der Pflicht, dagegen was zu unternehmen. Innenminister Friedrich fuhr extra in die Vereinigten Staaten, um dort für Aufklärung des Skandals zu sorgen. Viel bei raus kam (natürlich) nicht. Wie denn auch?

Die Bundesrepublik Deutschland, deren Existenz auch von Mindermeinungen angezweifelt wird, ist ein zahnloser Tiger. Verstrickt in Bündnisse und völkerrechtliche Abkommen, durch die höchstens noch Staatsrechtler und Politologen blicken, die nichts anderes machen, als dieses Gebiet zu erforschen. 

Und damit sich das ändern tut, soll man nun laut Friedrich seine Daten besser schützen. Müssen wir nun alle Informatik studieren oder Kryptographie lernen, damit wir unbehelligt im WWW kommunizieren können? Unmöglich! Theoretisch lässt sich immer noch jede Email knacken – ganz egal wie professionell sie verschlüsselt ist.

Am besten man lässt das Ganze mit dem Internet. Das sage ich, der sehr gerne und sehr viel im Internet unterwegs ist. Das aber auch nicht erst seit es Facebook und Co gibt. Bedenklicher als das gemütliche Surfen im Web ist der Durchbruch der Smartphones. Smartphones und ihre Apps können zweifelsohne das Leben leichter machen. Allerdings ergab eine Recherche von mir, dass die meisten konstenlosen Apps einen Nachteil haben: Sie wollen Daten. Persönliche Daten, Adressdaten, Mobilfunkdaten und Standortdaten.

Brauchen wir den ganzen Schnickschnack? Vor gut fünf Jahren ging es auch ohne. Ein paar PDAs hier, ein Fotohandy da. Aber verfolgt fühlt man sich nicht. Es war damals auch keine Selbstverständlichkeit, dass man via Mail ständig erreichbar ist, wenn man nicht gerade Politiker oder auf anderem Wege berufsbedingt dazu verpflichtet war. Heute hat die Mehrheit ein Handy, was mehr kann als nur Telefonieren. Früher konnte man auch schon Handys orten.

Facebook und Twitter haben auch erst zur Wende des letzten Jahrzehnts erst richtig in Deutschland Fuß gefasst. Davor waren nur die sogenannten Hipster auf diesem Terrain aktiv oder irgendwelche Globetrotter die Freunde auf der ganzen Welt verteilt haben. 

Wer sich im Internet nicht bewegt oder kaum telefoniert, der kann auch nicht überwacht werden. Notorische Internet- und Telefon-Verweigerer fühlen sich aktuell bestätigt. „Ich habs immer gewusst“, lautet nun deren Standardspruch. 

Es gibt wahrlich kein Patentrezept zur absoluten Sicherheit. Hacker, Coder und Spione wird es immer wieder geben. Wenn nicht der Staat Daten weitergibt, dann machen es die Unternehmen. Komischerweise beschwert sich niemand über Facebook und Co. , außer dass manche vielleicht zu viel rumsurfen und dadurch (sinnvollere) Tätigkeiten eher vernachlässigen.

Das einzige was nun helfen kann ist ein Umbruch. Es sollten digitale Monopole durchbrochen werden. Wer schreibt uns vor, dass nur Facebook und Google unser Surfverhalten bestimmen. Es gibt auch andere Möglichkeiten. Man muss sie nur suchen. 

Lange Rede, kurzer Sinn. Der aktuelle Daten-Skandal ist gehyped. Ok wir befinden uns im medialen Sommerloch und bis zur Bundestagswahl ist es noch ein wenig hin. Und bis dahin ist der Datenskandal schon wieder in weite Ferne gerückt. Im Ergebnis wurde nur ein offenes Geheimnis gelüftet. Also wozu die Empörung. Die Welt kann man nicht ändern, nur sich selbst und seine virtuelle Aktivität. 

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