Mainstream oder Alternative?

Juli 20, 2013

Journalismus zwischen Mainstream und Untergrund
Der Journalismus in Deutschland ist gespalten: Ein Infokrieg zwischen den Leitmedien und Alternativmedien bricht gerade aus. Daraus folgt sich leider auch eines: Es wird viel Schwarz-Weiß-Malerei betrieben.

Sei es Facebook, Twitter oder Google+ sowie schließlich auch im realen Gespräch spricht man immer mehr über ein Thema, das nicht unbedingt ein Thema ist, was nur unserem Zeitgeist wiederbespiegelt. Durch die Informationsgesellschaft kommt man allerdings immer mehr mit Informationen in Berührung. Im Internet konkurrieren die Leitmedien mit den Bloggern.

Independent vs. Mainstream. Fragt man nun die 14-49jährigen wo sie sich verorten lassen würden, dann gäben sie an, dass sie sich nirgendwo in eine Schublade stecken lassen wollen. Ist auch ihr gutes Recht. Was richtig und was falsch ist, das soll ruhig jeder selbst entscheiden.

Leitmedien lassen sich wie folgt umschreiben: Alles was in Fernseh. Radio, etablierten Zeitungen mit hoher Auflage und auch vermehrt im Internet. Alternativ ist alles was da nicht hingehört. Also alles was sich in Blogs, Youtube und in kleineren Auflagen in der Medienwelt ihren Platz einnimmt.

Die Thematiken mit denen sich die Medien als solche befassen sind sehr breit gestreut. Während der Untergrund immer mehr bestehende Denkmuster kritisiert und die kommerzielle harsch angreift, kann das schon sehr oft dazu führen, dass man sich von den Massenmedien verschaukelt fühlt.

Entweder sagen sie die Wahrheit oder sie Lügen. Eines tun sie aber sehr oft. Sie Unterlassen. Sie bringen bestimmte Themen und Sachverhalte erst gar nicht. Ist das schon Lüge? Grenzwertig auf jeden Fall. Wenn man die reale Existenz der Pressefreiheit annimmt, dann kann ein Unterlassen der Publizierung bestimmter Vorgänge und Sachverhalte nicht ohne Weiteres als Lüge abstempeln.

Gibt es aber noch was anderes? Kein Mainstream oder Untergrund. Ein Aufruf zum Anderssein. Es gab oft den Versuch anders zu sein. Oftmals wurde es aus finanziellen und kapitalistischen Gründen eingestellt. Manche aus dem Mainstream erheben immerhin noch den Anspruch nicht so zu sein wie die Konkurrenz. Aber in welcher Branche gibt es das nicht. Und wo gibt es nicht mehr Anlass zum Zweifel.
Entscheidet man sich für den Untergrund und nimmt den Mainstream gar nicht mehr ernst, dann steht man oftmals vor einem Trampelpfad. Oftmals steckt im Untergrund auch ein Mainstream dahinter oder man hat es mit Menschen zu tun, deren Gesinnung mehr als nur bedenklich ist.

Oft ist nicht klar, wer dahinter steckt. Stecken (ausländische?) politische Interessen dahinter. Stecken befremdliche Absichten dahinter. Ist es nur blanke Propaganda? Wurde auch anständig recherchiert? Wer sagt einem nicht, dass man Märchen auf dem Leim geht. Das sind Fragen die man beantworten muss.
Der Fragenkatalog lässt sich noch weiterführen. Bis man sich die Fragen alle gestellt hat und sie für sich beantwortet hat kann die Information schon veraltet sein. Im Informationszeitalter verliert man leicht den Anschluss.

Warum haben wir keine Mitte? Na gut: Der öffentlich-rechtliche Mainstream ist politisch und auch teilweise kommerziell befangen. Der private Mainstream muss Rücksicht auf die Werbepartner und deren PR-Interessen Rücksicht nehmen. Der Untergrund ist finanziell und öffentlich schlechter gestellt.

Wie muss die Mitte aussehen? Wer sich zwischen den Welten bewegt, der muss so neutral wie möglich sein. So subjektiv wie nötig und so objektiv wie möglich. Inzwischen entdeckt man in beiden streitigen Lagern eines: Die Vermengen von Kommentar und Berichterstattung. Was gerade dem journalistischen Nachwuchs verboten wird, das liest man in Internetauftritten, Tages-, Wochen- und Monatszeitungen und in ihren Internetauftritten. Journalistische Sünde oder eine neue Art von Journalismus?

Ersteres wäre eher zu folgen, da es den Gonzo-Journalismus schon in den späten Sechzigern für salonfähig und auch in irgendeiner Weise als akzeptabel erachtet wird. Aber gilt das auch für die vermeintlich seriösen und selbsternannten Qualitätsmedien? Seit der „Bio“-Lüge wissen wir ja, was man von Qualitätssiegeln in Deutschland zu halten hat.

Fragen über Fragen gepaart mit einigen Gedanken lässt sich abschließend sagen, dass es immer schwerer wird zwischen Gut und Böse oder Richtig und Falsch zu unterscheiden. Es gibt immer mehr Informationen zu bestimmten Sachverhalten und immer neue Wahrheiten und Irrtümer werden einer immer breiteren Masse bekannt. Dort noch den Überblick zu bewahren scheint schier unmöglich zu sein.

Viele Versuche etwas anderes und intelligentes zu machen, was jenseits von beiden Blöcken ist, scheitern leider oft daran, dass man in der überschaubaren Struktur der leitenden Medienwelt schnell untergeht. Das Internet kann was daran ändern, aber aktuell ist es nicht dazu in der Lage. Der Grund ist, dass wie schon bereits in einem früheren Artikel erwähnt, das Internet nicht mehr frei ist bzw. das Internet immer mehr von wenigen Medienkonzernen gesteuert wird.

Solche Strukturen zu brechen ist schwer. Unmöglich ist es aber nicht. Oftmals entsteht schon der Eindruck, dass das Internet – von Social Media mal abgesehen- viel bunter war als es heute ist. Ob man da wieder hinkommt?

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