Wladimir Putin – gefürchtet und unterbewertet ?

Juli 22, 2013

Zugegebenermaßen könnten die Deutsch-Russischen Beziehungen besser verlaufen. Noch besser hätte auch die Deutsch-Russische Geschichte verlaufen können. Aber nun leben wir mal in der Welt, in der wir halt leben. Trotz der letzten Skandale wird es sich nicht ändern, dass Deutschland mehr der USA zugeneigt ist, als der Supermacht aus dem Osten.  Das hat Tradition. Das ist so. Damit müssen wir (noch) leben.

Die Berichterstattung über Putin ist ziemlich zweigleisig. Manche sehen ihn ihm einen skrupelosen Diktator. Viele haben Angst vor Russland und viele, besonders die Medien, ergötzen sich mehr der Femen-Band „Pussy Riot“ als dem Mann aus Russland. Wenn man jetzt nicht die Möglichkeit hat, das Land komplett zu bereisen, um sich einen Eindruck vom Leben und der Stimmung im Land zu machen, so ist man nur auf die Informationen angewiesen, die man in den Massenmedien und durch Zeugen erhält.

Würde auf einmal ein russischer Agent auspacken, dass die Geheimdienste unseren Internetverkehr und unsere Telefonate überwachen und speichern, dann würde das für wenig Empörung sorgen. Man würde auch weniger auf Putin schimpfen als man auf Obama schimpfen würde.

Putin wird vor allem als knallharter und skrupelloser Staatschef beschrieben. Da würde jeder Kanzler, der Deutschland regierte als „Softie“ dastehen. Russische Verhältnisse sind aber nicht auf Deutschland übertragbar. Dort sind andere Konfliktherde und andere wirtschaftliche Probleme schon aus historischen Gründen an der Tagesordnung. Russland wurde seit dem Zweiten Weltkrieg auch nicht mehr besetzt und muss sich auch von Amerika und anderen Ländern wenig sagen lassen. Reparationskosten? Mir fallen gerade keine ein.

Das Konfliktpotential ist trotz der Vorteile in Sachen Unabhängigkeit stärker. Tschetschenien und Georgien sind jetzt zwei Beispiele die, die Weltpolitik in den letzten Jahren in Atem gehalten haben. Terroranschläge und Geiseldramen haben sich ebenfalls in der russischen Hauptstadt Moskau geeignet. Das sind alles Gründe für eine straffere Politik. Für Obama und Merkel wären das die ersten Gründe die Überwachung noch weiter zu verbreiten als sie ohnehin schon stattgefunden hat. Sind die Russen etwa schlechter, weil sie Russen sind? Ganz bestimmt nicht!

Politische Gefangene werden auch gerne in den Leitmedien genannt. Hat Deutschland keine politischen Gefangenen? Sitzen in Deutschland nicht auch Menschen in einer Anstalt, weil sie irgendwelchen Eliten nicht in den Kram gepasst haben. Wenn in Deutschland eine Demo stattfindet, dann wird niemand niedergeknüppelt? Bei Blockuppy in Frankfurt am Main gab es keinerlei Übergriffe von polizeilicher Gewalt?

Zugegeben ist der Ton Putins manchmal rau. Aber trifft es immer die Falschen?

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Z7C63CsqfVI – würde unsere Kanzlerin so mit Unternehmen reden, dann würde in manchen Kreisen auch besser über sie gesprochen werden.

Welches Land ist weiter von Europa entfernt? Russland oder USA? Russland. Aber woher kommt diese tendenziell negative Berichterstattung von russischer Politik? Die Medien sind trotz Pressefreiheit nicht so frei, wie es sie das Grundgesetz gerne hätte. Unterscheidet man zwischen „innere Pressefreiheit“ und „äußere Pressefreiheit“ so können wir höchstens (noch) von einer äußeren Pressefreiheit sprechen, wenn man diesem Video folgt:

Innere Pressefreiheit heißt also, dass der Journalist nicht immer seine Geschichte so der Öffentlichkeit in einem Medium so präsentieren kann wie er es gerne möchte. Grund sind politische und ökonomische Interessen. Kein Wunder, dass schon nahezu jeder fünfte idealistische Journalist mit dem Trinken beginnt. Und diese Statistik ist noch sehr wohlwollend gemacht.

Wo wir bei Journalisten sind. So wird Putin in Deutschland dargestellt. Die Tatsache, dass er so antwortet, dass er bei solchen Fragen sich zu verteidigen versucht, ist sein gutes Recht:  http://www.youtube.com/watch?v=6nVYgcki0W0 Zudem scheint der Staatsmann auch gut vorbereitet sein.

Wenn man sich über Putin informieren will ohne sich durch tausend Bücher zu wälzen: https://www.youtube.com/watch?v=GVunDtQJ6D4

Man sieht mal wieder das allgegenwärtige Problem: Tendenziöse Berichterstattung macht eine Meinungsbildung nicht einfach. Es ist leicht sich einer Meinung anzuschließen, die einem jeden Tag vorgesetzt wird. Kritische Fragen werden dabei wahrscheinlich sehr vorbereitet abgewiegelt.

Putin hat auch Karriere in der KGB gemacht. Ist er nun Kommunist. Sieht man ihn heute vor Marx- und Leninbüsten reden? Wenn ja, dann hab ich was verpasst. Aber Merkel war ja auch in der FDJ. Aber hier werden auch nur zögerlich Fragen gestellt.

Haben wir nun ein falsches Bild von Putin und Russland. Müssen wir dieses falsche Bild unverändert lassen? Kann man seine Standpunkte nicht überdenken. Muss alles nur noch in schwarz und in weiss, in Gut und Böse getrennt werden. Fragen über Fragen. Antworten muss man sich selbst geben.

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Eine Antwort to “Wladimir Putin – gefürchtet und unterbewertet ?”

  1. LennoxPress Says:

    Hat dies auf The Lennox Press rebloggt und kommentierte:

    mhm


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