Archive for Januar, 2014

Das Rätsel um den Tod von Ilya #Zhitomirskiy

Januar 8, 2014

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In Zeiten der Massenspeicherung und Massenüberwachung wächst die Sehnsucht nach Anonymität im Internet. Kommerzielle soziale Medien wie Facebook, Google+ oder Twitter sind beliebt und die meisten posten dort ihr halbes Leben, liken und Kommentieren ihr halbes Leben. Andere wollen einfach nur sich austauschen und es ist ihnen nicht wichtig, ob man ihn kennt oder nicht. Kann man sich heute überhaupt noch anonym vernetzen?

Eine alternative zu Facebook ist das soziale Netzwerk Diaspora, welches auf Open-Source basiert und nicht versucht ständig private Daten von seinen Usern abzugreifen. Die Kommunikation steht im Vordergrund. Keine Werbung und keine gesponserten Links. Unkonventionell und Unkommerziell.

Einer der Gründer war Ilya Zhitomirsiy. Ein junger Mann, der sich am 12.11.2011 das Leben genommen haben soll. Der junge Mann, der 1989 in Moskau geboren wurde, wanderte mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten aus und studierte Mathe, BWL und Informatik. Ein kluger Kopf also, der mit seinen Kommilitonen Daniel Grippi, Maxwell Salzberg und Raphael Sofaer Diaspora realisierte.
Initialzündung war nun nicht das Ausschnüffeln der Daten von ihren Mitstudenten, sondern eine Vorlesung von Eben Moglen, einem Jura-Professor der Columbia Universitiy, der unter anderem das Software Freedom Law Center gegründet hat, über die Bedrohung der Privatsphäre durch kommerzielle Internetdienste.

Zhitomirskiy war ein kluger Kopf, der anstelle einer wissenschaftlichen Laufbahn, lieber sein eigenes Projekt vorantrieb, um mit seiner Zeit etwas zu tun, was Freiheit schaffe. Auch Professor Moglen sah in ihm den idealistischsten der vier Gründer. Wurde ihm sein Idealismus zum Verhängnis?

Zhitomirskiy starb im zarten Alter von 22 Jahren – kurz bevor die öffentliche Beta-Version von Diaspora online ging. Die Todesursache wurde bis nie eindeutig geklärt. Manche sprechen von Suizid durch Depressionen ausgelöst. Ein intelligenter junge Mann, der am Anfang seiner Karriere steht nimmt sich das Leben. Depressionen sind fürwahr ein Grund für Suizid und es ist oftmals der Fall, dass gerade hochintelligente Menschen an Depressionen leiden. Allerdings ist das keineswegs bewiesen.

Der investigative Journalist George Hunt witterte gleich Verdacht und geht davon aus, dass Zhitomirskiy getötet wurde. Aus seiner Sicht wurde er den Internetriesen zu gefährlich und musste deswegen aus dem Weg geräumt werden.In verschiedenen Videos versucht er das Rätsel um den Tod von Zhitomirsky zu lösen. Selbstmord hält er dabei für ausgeschlossen.

In Deutschland wurde ebenfalls auffallend wenig über den Tod des aufstrebenden Unternehmers gesprochen. Die ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass das Netzwerk zum Todeszeitpunkt kaum bekannt war und 2011 zunächst Facebook in Deutschland mehr und mehr Mitglieder bekam und endgültig die Deutschen Konkurrenten StudiVz, MeinVz und wer-kennt-wen vom Markt verdrängte. Die einzigen großen Konkurrenten sind Twitter und Google+.

Insgesamt ist das alles schon sehr skurril. Das Netzwerk Diaspora ist sehr sympathisch und man kann sich viele Informationen holen. Ganz anonym und ohne Werbung. Festzustellen bleibt, dass ein junger moderner Held starb und die Geschichte totgeschwiegen wird. Ruhe in Frieden, Ilya!

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Bundesparteitag der Piraten

Januar 6, 2014

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Die einen gehen am Sonntag zum Fussball oder treffen sich zum Tanztee. Die anderen, wie meine Wenigkeit, verabredet sich mit zwei Freunden spontan Samstag nachts im Bermudadreieck zum Bundesparteitag der Piratenpartei. Da ich schon den Samstag verpasste, wollte ich mir am Sonntag doch einen Eindruck verschaffen.

Gesagt getan. Nachdem ich die Kneipentour mit Freunden am Vorabend doch ein wenig verlängert habe (glaube es ging noch bis 0500 Uhr im Intershop), wachte ich überraschenderweise doch sehr pünktlich auf. Es lag aber weniger an der Disziplin, sondern mehr daran, dass die Luftmatratze den Geist aufgab und es bequemer war aufzustehen als liegenzubleiben.

Nachdem wir uns am Bahnhof getroffen haben und zusammen mit der Ubahn zum Ruhrcongress fuhren fanden wir es doch ein wenig leer auf dem Parteitag. Nur etwa ein dutzend Raucher standen vor dem Congresszcentrum und in der Eingangshalle war es auch ein wenig leer.Dafür war der Congresssaal fast komplett voll. Da ein Kollege und ich auch journalistisch tätig sind, wollten wir uns erstmal eine Presseakkreditierung holen. Da wir aber beide zu geizig sind die Beiträge für einen Presseausweis zu bezahlen, wurde uns eine Akkreditierung verwehrt. „Wir gehen da sehr restriktiv vor, ohne Presseausweis keine Akkreditierung“, wurde uns gesagt. Naja, ob die Hofberichterstatter mit Presseausweis unbedingt wichtiger sind, weiss ich nicht. Aber schreiben dürfen wir ja trotzdem.

Am Anfang war es dann doch erstmal nicht so spannend, da gerade die Kandidaten für die kommende Europawahl gewählt wurden und wir als Nicht-Piraten da nicht wählen durften. Das Rennen machten hier die Frankfurterin Julia Reda, Expertin für die Themen Urheberrecht, Asyl und Transparenz, gewählt. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Fotios Amanatides aus Köln und Anke Domscheidt-Berg aus Brandenburg. Deswegen gingen wir ersteinmal in die Cafeteria, wo wir dann erstmal eine Club-Mate für 3,50 Euro (!) tranken.

Wenig später wurden wir dann zufällig zu einer Arbeitsgruppe „Netzpolitik“ eingeladen, wo auch der Landtagsabgeordnete Frank Herrmann dabei war. Nach einer kleinen Vorstellrunde ging es hier auch los: Themen waren natürlich hier besonders die Überwachung durch die NSA und Prism sowie auch die weiteren Möglichkeiten der Überwachung. Daneben wurde auch über die Vorratsdatenspeicherung gesprochen und natürlich auch die Ausrichtung der Piratenpartei im Europaparlament, wo über das Thema Netzsicherheit und Netzneutralität mehr eingebracht werden soll.Hierbei soll erwähnt bleiben, dass die Piratenpartei trotz des schwachen Ergebnisses bei der Bundestagswahl auf den Einzug in das Europaparlement hoffen darf, da hier die fünf-Prozent-Klausel nicht mehr erforderlich ist. Demnächst wird auch hier über die Europawahl und das System Europa mehr gesprochen werden. Auch wurde das Transatlantische Freihandelsabkomen ebenfalls angerissen – auf meine Anregung. Hierbei wurde aber verwiesen, dass es hierfür auch eine spezielle AG gibt, die auch hätte im Anschluss dieser AG stattfinden sollen. Sie fand aber irgendwie nicht statt. Naja egal, auf Mumble wurden mir nachher noch einige Informationen zu dem TIIP gegeben. Die Partei hat das Thema auf jeden Fall stärker auf der Agenda als die etablierten Parteien.

Ich hatte einen guten Eindruck von der AG und von der Kompetenz der Parteimitglieder. Auch andere Parteien wurden nicht schlecht geredet. Man stellte fest. Um den ein wenig mehr auf den Zahn zu fühlen, fing ich hin und wieder an auf die Grünen rumzuhacken. Zwar wurde gesagt, dass diese auch gerne Themen der Piratenpartei als ihre verkauften, was aber in der Deutschen Parteienlandschaft aber inzwischen auch usus ist. Aber man war hier auf sich selbst fixiert.

Nachdem die Arbeitsgemeinschaft ca. gegen 19 Uhr endete, wurde auch schon auf dem Parteitag abgebaut. Die Fahnen, wo sich auch eine solche der Antifa befand, wurden abgebaut und das Piratenschiff, das vor dem Kongresscenter stand, wurde mit einem Anhänger weggefahren. Ein Zeichen, dass man nochmal kurz in die Bochumer Stadt geht und einen politisch korrekten Burger aus Bio-Rindfleisch zu sich nimmt.Bild

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es ein sehr gediegener Parteitag war und mir die großen Streitigkeiten, die man in den Leitmedien so hört nicht stattfanden. Allerdings war ich auch nicht überall dabei. Desweiteren hatte ich den Eindruck, dass die Partei wieder auf ihre Kernthemen zurückgreift. Zudem waren auch relativ wenig Feministinnen zu sehen. Ich hatte was anderes befürchtet. Es waren auf jeden Fall mehr Männer als Frauen da. Ich werde auf jeden Fall bei dem Thema Piraten irgendwie am Ball bleiben. Vielleicht sorgen sie ja dieses Jahr noch für eine Überraschung.

Auf Youtube fand ich noch vom öffentlich-rechtlichen ein Video:

Neujahrsansprache Anonymous 2014

Januar 3, 2014

Ich hoffe ihr seid gut in das neue Jahr gerutscht. Hier wurde es im letzten halben Jahr etwas stiller, aber das soll sich dieses Jahr hoffentlich ändern. Hier wollte ich die Neujahrsansprache des Kollektives Anonymous vorstellen, die diesmal etwas ruhige Töne angehen als es noch das letzte Jahr der Fall war.

Dabei wurde hier berücksichtigt, dass durch Snowden und Co. doch ein Informationsschub kam, den es nun gilt zu nutzen.

Image,

Greetings citizens of the world,

2013 was a year of awakening, once secret data was leaked, and the citizens of the world began to stand together. 2013 armed the general population with knowledge, knowledge that if used correctly could truly change the world for the better!

Now as 2013 fades into the past, we enter a new chapter in human history. Though it may be hard for those with their eyes still closed to see, we’ve come so far and we’re on course as a species to accomplish so much more. 2014 will be the year of planetary revolution.

We enter this new year armed with the knowledge of countless generations that came before us, we can learn from the examples of over 10,000 years of organized human civilizations. The mistakes of our ancestors were lessons for their descendents, for us, as well as all generations to come.

The time to restore the balance of power is now. Anonymous is but a reflection of you, the people. You must take action rather than waiting for others to do so. This year it’s up to the people, you’re all the key, you always have been. Peaceful revolution is still possible! That’s why this year we are launching Project V.

Make your voices heard, take to the streets, contact your state representatives. Let the leaders of your country know the people aren’t satisfied with the current course the powers that be have set. Let them know that privacy, liberty, and general human rights do matter! Don’t simply say how you’re dissatisfied, offer solutions for these issues to your political leaders.

This year is what you make it to be, so make it damn good, something to be proud of. When future generations look back on 2014, what do you want them to think about us and the choices we made? We have 12 months to change the world for the better, so lets make every moment count!

We are Anonymous,
We are Legion,
We can & Should Forgive,
Yet we shall Never Forget,
To those who wish to see peace fail in 2014 – Expect us!

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Music Credit: Aran Zayne Ft. Kelly Ryu – Warrior Within
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Übersetzung:
Weltbürger seid gegrüßt,

2013 war ein Jahr des Erwachens, nachdem geheime Daten veröffentlicht wurden, und die Bürger der Welt begannen zusammenzuhalten. 2013 rüstete sich die Bevölkerung mit Wissen und Informationen. Kenntnisse, wenn man sie verwendet die Welt zum Positiven ändern können

Jetzt, wo 2013 in die Vergangenheit rückt, gehen wir ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit ein. Obwohl das für diejenigen, die ihre Augen (noch) geschlossen halten auch hart sein kann, haben wir nun die Möglichkeit, die Welt zu verbessern. 2014 wird das Jahr der planetarischen Revolution sein.

Wir gehen in das Jahr 2014 mit dem Wissen von unzähligen Generationen bewaffnet hinein, das vor uns kam, können wir von den Beispielen von mehr als 10,000 Jahren von organisierten menschlichen Zivilisationen lernen. Die Fehler unserer Vorfahren waren Lehren für ihre Nachkommen. Diesem Beispiel sollten wir folgen.

Die Zeit, um das Gleichgewicht der Macht wiederherzustellen, ist jetzt. Anonym ist nur ein Nachdenken von Menschen. Sie müssen selbst aktiv werden, anstatt auf andere zu warten, um dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.
Die Menschen sind der Schlüssel hierfür. Eine friedliche Revolution ist noch möglich! Deshalb starten wir in diesem Jahr das „Projekt V“.

Machen Sie, dass ihre Stimme gehört wird, indem sie sich mit euren Volksvertretern in Verbindung setzen. Teilen Sie den Oberhäuptern Ihres Landes mit, dass die Leute sind mit dem gegenwärtigen Kurs der Politik nicht zufrieden sind. Teilen Sie ihnen mit, dass Gemütlichkeit, Freiheit, und allgemeine Menschenrechte für Sie von Bedeutung sind! Sagen Sie nicht einfach, wie Sie, Angebot-Lösungen für diese Probleme Ihren politischen Führern unzufrieden sind.

Dieses Jahr ist es an der Zeit, dass was Sie etwas machen, worauf Sie verdammt Stolz sein können . Wenn sich zukünftige Generationen auf 2014 rückblicken, was wollen Sie, was diese Generationen über ihre Entscheidungen denken? Wir haben 12 Monate, um die Welt besser zu machen, und wir können jeden Moment bedeutend machen.

Wir sind Anonymous!
Wir sind eine Legion
Wir können und sollten vergeben, und nicht vergessen!

Es stimmt, es gibt inzwischen so viele Informationen und so viel Gründe die Welt besser zu gestalten. Wir werden es an dieser Stelle auch mit dem Blog versuchen. In diesem Sinne! Expect Us.