Gelöschter Freitag-Beitrag:

April 24, 2014
Christian Lehmann
23.04.2014 | 22:24
 
Ist der Freitag etwa um keinen Deut besser?
 
Redaktion Der Freitag hat durch seine Community vielen Bloggern eine Plattform gegeben. Dort tummeln sich überwiegend linksliberale Opportunisten, was ja nicht unbedingt stört.Aber
 
Aktuell fällt in der Freitag-Commutity (FC) auf, dass dort heftig geschrieben, diskutiert und diskreditiert wird. Achtung ich weise darauf jetzt hin, dass dort einige ironische und überspitzte Formulierungen im Text vorzufinden sind, die auf realen Erfahrungen beruhen und in dieser Form auch von prominenten Vertretern der Linken getätigt wurden wie man auf diesem Video sieht.
 
Es fängt damit an, dass Journalisten wie Ken Jebsen unverhohlen im kujonierenden Sprachstil beschrieben wird und alte Vorwürfe aus seiner Zeit beim rbb wieder zu Sprache kommen. Das ist  auch Meinungsfreiheit und bleibt nun mal dahingestellt. Es fiel nur auf.
 
Hier geht es allerdings auch nicht darum, sein damaliges Verhalten im RBB zu relativieren, was inzwischen allseits bekannt ist und auf Wikipedia abrufbar ist. Die Aussagen im RBB werden nur zitiert und der Kontext bleibt offen. Insoweit wird hier nicht über den Inhalt der Causa Jebsen diskutiert, sondern es bleibt bei einer Feststellung.
 
 Dies ist auch gar nicht möglich, weil die Aussagen des Herrn Jebsen, bürgerlicher Name  Moustafa Kashefi, beim RBB nicht abrufbar sind und es jedem der noch ein Leben jenseits der FC und des Internets hat, auch weder Zeit noch Nerv besitzt jeden Beitrag des Herrn Jebsen zu untersuchen. Diese Arbeit will uns die selbsterannte linke Journaille ja auch gerne abnehmen und viele tun das auch eifrig als gäbe es kein Morgen mehr.
 
Wer sich  aber selbst ein Bild über den polarisierenden Journalisten machen möchte, der kann dies gerne selbst recherchieren oder schaut sich die Beiträge nebst Kommentare über den Herrn an. Die kardinale Eigenschaft des Journalismus, Personen und Sachverhalte, unbefangen und unverklemmt anzugehen, wird aktuell eher als eine schädliche Eigenschaft zu bezeichnen sein.
 
Zumindest wenn man mittels  preussisches Radfahren im Medienrennen es  möglichest weit nach oben bringen möchte. Preussisches Radfahren im Sinne von  nach oben buckeln, nach unten treten.
 
Zudem ist auffallend, dass nun verschiedene Beiträge in der FC sich für oder gegen die Montagsdemo aussprechen. Das ist in Ordnung und muss auch sein. Die Leitmedien scheinen jede Montagsdemo für eine Nazi-Veranstaltung zu halten. Grund hierfür ist auch, dass dort Herr Jebsen und weitere Journalisten aus dem alternativen Umfeld sprechen. Daneben wurde in den sozialen Netzwerken das Foto eines NPD-Funktionärs geposted wurde.
 
Dem ist folgendes entgegenzuhalten: Diese Fotos stammen aus Berlin. Nun ist Berlin ja mehr als die Hauptstadt der Hipster, Schmarotzer und Umerzieher bekannt und durch seine abgehobene linksliberale Society, die überwiegend sich im Prenzlauer Berg befindet und auf links tut, aber in Wahrheit intoleranter als jeder Neu-Rechte ist und das „Manifest der Kommunistischen Partei“ höchstens als Poster irgendwo in der Bude hängen hat und nicht mal drei Seiten davon gelesen hat, weil man ja lieber in progressiven Cafés Scheiße labert.
Böhse Onkelz der Journaille
 
Aber nicht nur in Berlin, sondern in über 30 weiteren Städten wurde demonstriert. Waren dort auch überall rechte Funktionäre am werken? Im Zweifel war die Mehrheit einfach gegen die Politik der NATO, EU und der Bundesrepublik. Diese Meinung ist durchaus vertretbar. Aber sprachen dort auch die Böhsen Onkelz der Journaille? Der Vergleich mit den Böhsen Onkelz deshab, weil die linksgrünen Umerzieher durch ihre nervigen und dummen Warnungen vor der Metalband gewarnt haben, weil sie mal in der Jungphase als rechtsradikale Band galten.
 
Allerdings waren diese Texte damals wirklich rechts. Aber jeder Mensch kann sich wandeln und es hat schon immer zu den größten Gemeinheiten der Linken gehört, anderen Menschen einen Stempel auf die Stirn zu drücken, deswegen Farbe niemals vergehen soll.
 
Eher nicht, auf über 30 Hochzeiten kann man ja auch schlecht tanzen. Dennoch werden die meisten Demonstranten unter den Generalverdacht des Rechtsradikalismus gestellt.
 
Aber man merkt schon: Für die Community ist das jetzt schon genug Futter, um auf die Herrschaften groß hinzuweisen und mit tausend Links zu beschreiben, was das für „Böhse Onkelz“ sind. Aber es geht nicht um Journalisten und Aktivisten, sondern um das Recht zu demonstrien ohne sich am Ende für sein Menschenrecht noch zu verteidigen.
 
Die Montagsdemos die sich vor zehn Jahren gegen Hartz IV richteten, waren damals auch nicht frei von Mitgliedern der NPD. Aber der Tenor der Leitmedien damals war nicht: „Geht da nicht hin, da sind rechtsradikalke Verschwörungstheoretiker“.
 
In Deutschland hat jeder das Recht sich unter freiem Himmel zu versammeln. Das Versammlungsrecht aus Art 8 Grundgesetz ist für den demokratischen Rechtsstaat unverzichtbar und steht auch den Journalisten zu, die nun verstärkt in der Schusslinie stehen.
 
Es gibt übrigens keinen schlechteren Journalismus, als über andere Journalisten zu hetzen und sie zu diffamieren. Das ist ein Indiz dafür, dass jemandem die Ideen ausgehen. Für dieses Niveau fällt mir ein lateinisches Zitat aus Ovids Metamorphosen ein: „Quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant.“ – auf Deutsch: „Obwohl unter Wasser, versuchen sie doch weiter zu schmähen“
 
Ob das berechtigt ist oder nicht, das muss jeder für sich selbst herausfinden. In diesem Beitrag soll weder Medienkompetenz vermittelt werden, noch soll irgendeine Demonstration in Deutschland beworben werden.  Aber auf das Recht zu demonstrieren darf man freilich hinweisen.
Verstimmungen in der Community
 
Wie bereits erwähnt, wird auch in der Community heftig über die aktuellen Geschehnisse gebloggt. Mal dafür und mal dagegen. Auffallend war nur, dass ein Artikel eines freien Journalisten manipuliert wurde.  Der Titel lautet: „Kritik an der FED ist kein Antisemitismus“ – ein Titel der provoziert und wegen des umfassendes Inhaltes und der vielen Verlinkungen, hier nicht en detail thematisiert werden soll.
 
Fest steht: Kritik am Bankensystem eines Landes ist weder antisemitisch und es ist auch absurd einer Minderheit die Schuld an den weltweiten Finanzproblemen zu geben. Allerdings fällt weniger der Artikel als solches auf, sondern der Umgang damit.
 
Während die Community fleissig und mit oft sehr guten Argumenten diskutiert, aber auch diskreditiert. Immerhin: Der Artikel kann den Leser anregen, sich mit der Federal Reserve Bank (FED) auseinanderzusetzen. Auch weisen geschätzte Kommentaroren auf weitere Literatur dieses Themas hin, so dass der fleissige und besonnene Leser nicht nur auf die Verlinkungen des Artikels vertrauen muss.
Der Freitag manipulierte das Datum
 
Der Autor des Artikels  ist erst seit dem 19.04 Mitglied der FC, aber der Artikel soll bereits am 16.04 erschienen werden. Der Autor hat dafür seine eigene Erklärung in Artikelform abgegeben. Die Freitag-Redaktion reagierte mit der Drohung diesen Account zu sperren. Falls die Online-Redaktion der Ansicht ist, diese Kommentare zu löschen, so seien Sie darauf hingewiesen, dass von allem was hier beschrieben wird Screenshots gemacht worden sind, die nur im Falle der Löschung dieses Beitrages auf anderen Seiten gezeigt werden.
 
Da man sich nun nicht alleine auf die Ansichten des Autors verlassen will wurde der Freitag Redaktion eine E-Mail geschickt, wo diese Verstimmungen hinterfragt wurden. Eine Antwort steht noch aus. Würde man das jetzt als erhabene Arroganz bewerten, so käme morgen sicher die Antwort, dass man so wenig Zeit habe. Mag ja alles sein.
 
Allerdings: Die Artikel in der Freitag-Community sind oftmals besser als die Artikel der Autoren, die dafür Geld bekommen. Oftmals sind aber auch die Kommentare eines Artikels in der FC besser als der Artikel selbst.  Alles schon passiert in diesem  illusterem Meinungsmedium.
 
Aber die Community ist nur eine Plattform für Leute, die keine Zeit, Ahnung oder Lust haben einen WordPress-Blog zu starten oder doch haben, aber es gerne über die FC publizieren. Außerdem geht eine URL von einem Mainstream-Medium viraler als die WordPress-URL.
 
Die Online-Redaktion hat ihre selbstgefällige Erhabenheit erwiesen. Und den Artikel im Datum manipuliert, da er augenscheinlich unliebsam ist. Postet man Beiträge zu TTIP oder dem Wahlrecht, so steht ein solcher Artikel tagelang in der Community als Empfehlung. Ist ja auch schmeichelhaft.
Immerhin Augstein
 
Nach der ganzen Kritik am Redaktionsteam sollte man aber auch was positives über den Freitag schreiben. Das beste am Freitag ist immer noch der Herausgeber, der immer wieder niveauvolle  Beiträge gegen die Mainstream-Meinung entweder hier oder auf seiner Spiegel-Kolumne „Im Zweifel links“ schreibt.
 
Aktuell ist er einer der wenigen Autoren, der nicht wie ausgewechselt gegen die Russische Förderation hetzt und Ressentiments gegen Russland schürt. Er selbst stand ja mal auch in der Schusslinie, als er auf einmal als einer der gefährlichstens Antisemiten der Welt sein gewesen sollte.
 
Grund hierfür war seine Kolumne im Spiegel gewesen , als er die Politik Israels kritisierte und seine Kritiker sich auf die Wortwahl stürzten. Ein Rassist und Hetzer ist Augstein bei weitem nicht. Was an der Debatte, die Ende 2012 entfacht wurde, positiv zu sehen war, ist die Tatsache, dass Antisemitismus und weitere Formen des Rassismus nicht nur ein Problem im rechten Lager ist, sondern auch im linken Lager vertreten sein kann.
 
Es gibt nun schlimmere Portale als der Freitag. Hetzen tut ja gerne auch die Berliner tageszeitung, die sich von einer alternativen Zeitung in eine linksgrüne Bildzeitung verwandelt hat. Dort wäre solch ein Artikel niemals entstanden und noch hätte man das Thema diskutiert. Zensur, Meinugsfaschismus und Medienhetze statt Diskurs hat die Spitze der taz sich auf die Fahne geschrieben.
 
Und: Die blauen erhabenen Redakteure, die sich für tausendmal was besseres als die Community-Autoren halten, sind auch nicht treibende Kraft dieser ekelhaften und der Politik sich anbiedernden Russland-Hetze.
 
Insoweit bleibt der Freitag immerhin noch eine Ausnahmeerscheinung, die wie jedes Medium kritikwürdige Punkte hat, die es gilt offen anzusprechen.
 
Noch kurz zu den Demos: Es zeigt mal wieder den bigotten Umgang der Presse mit rechtsradikalem Aktivismus. Während auf dem Maidan mitunter Faschisten als Helden gefeiert wurden, so scheinen in Deutschland eine handvoll Aktivisten ausreichend zu sein, um eine deutschlandweite Demonstration als „Nazi-Veranstaltung“ zu diskreditieren.
 
Sollten auch anderwo diese neuen Nazis auf Friedensdemos die Oberhand haben, so wäre es schön, dass die Leitmedien dies beweisen, anstatt die aggressive NATO-Politik zu unterstützen wie es Joseph Goebbels tat, als Hitler einen unentschuldbaren Feldzug gegen Russland betrieb.
 
 Zur Antwort auf die Titelfrage: Sicher hetzt der Freitag wie gesagt nicht wie die taz oder ihr großer Bruder Bild-Zeitung. Aber leider auch ist der Freitag nur um einen Deut besser.
 
P.S:  Dieser Artikel soll sich jetzt nicht gegen alle Berliner Linken richten bzw. gegen die Linken als solche. Es ist einfach nur bedauerlich, dass durch die aktuelle Debatte über die Montagsdemos, eine Nebelkerze gezündet wurde, die uns daran hindert die aggressive Außenpolitik der NATO-Länder kritisch zu hinterfragen.
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Eine Antwort to “Gelöschter Freitag-Beitrag:”


  1. […] Der streitige Artikel um den es geht ist hier abrufbar. […]


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